Hast du gewusst, dass “Unarten” wie Weben und Koppen, aber auch Verdauungsstörungen und Widerstand gegen das Zaumzeug auch mit zu wenig Heu zusammen hängen können? Dieser Beitrag befasst sich mit dem Futterbedürfnis deines Pferdes.

Pferde haben ein hohes Kaubedürfnis. Kann ein Pferd diesem Bedürfnis nicht nachgehen, können Verdauungsstörungen, Anschoppungen, unzureichender Zahnabrieb (was zu Problemen beim Reiten führen kann), aber auch Unarten wie Weben, Koppen, Barren wetzen, Lecken oder Kot fressen die Folge sein. Ein hohes Angebot an Raufutter macht also ein glücklicheres Pferd.

Foto: Stefan Rohrbach
Foto: Stefan Rohrbach

Raufutter ist nicht gleich Raufutter. [glossary id=’269′ slug=’raufutter’ /], besonders Heu, wird immer noch als unbedeutend abgetan. Das ist sehr schade, da es doch DAS Grundnahrungsmittel für Pferde ist. Als Steppentiere sind Pferde daran gewöhnt, viel faserreiches Raufutter wie Heu zu sich zu nehmen. Frisch geerntetes Heu hat aber für manche Pferde zu viel Stärke (Energie), deshalb sollte das Heu 8 bis 10 Wochen abgelegen sein. Durch die Lagerung kann es zu einer Nachgärung kommen. Wer das Heu zu früh verfüttert, riskiert lebensgefährliche Koliken. Gleiches gilt auch für verschimmeltes oder stark verschmutztes Heu.

Raufutter vor Kraftfutter. Dein Pferd sollte das Raufutter immer vor dem Kraftfutter zu fressen bekommen. Das ist besser für seine Verdauung und kann Koliken vermeiden. Das Raufutter bereitet den Magen deines Pferdes sozusagen für das Kraftfutter vor und verbessert dessen Aufnahme.

Verkürzte Fresszeiten sind nicht zu empfehlen. Pferde, die natürlich gehalten werden, verwenden bis zu 18 Stunden täglich zur Nahrungsaufnahme. Dein Pferd sollte also ebenso lange Zugang zu gutem Raufutter haben – mindestens aber 6 Stunden täglich. Man geht davon aus, dass Großpferde etwa 50 Minuten benötigen, um 1kg Heu zu zerkauen. Bei Hafer sind es etwa 10 Minuten.

Was ist ein “hohes Angebot an Raufutter”? Als Formel kann man sich merken: 1 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht. Du kannst deinem Pferd eher etwas mehr anbieten, als weniger. Der Magen eines 600 kg schweren Pferdes kann maximal 12 kg trockenes Futter fassen. Bei Stuten, die Milch haben und bei jungen, heranwachsenden Tieren erhöht sich dieser Wert von 2 % auf 3 %.

Stress vermeiden. Wir leben in einer Welt in der die Zeit immer besser genutzt werden muss. In eine Stunde müssen inzwischen mehrere Aktivitäten passen. Multitasking ist das Zauberwort. Aber Stress kann auf Dauer krank machen. – Tiere haben keine Terminpläne und verstehen auch nicht, warum sie sich plötzlich beeilen sollen. Sie verstehen nicht, warum sie gedrängt werden.


Es reicht also nicht, dass du Stroh nur als Einstreu verwendest. Gönne deinem Pferd auch als immer verfügbare Futterquelle kaufähiges Raufutter.

[note color=”#FFFFE0″]Mehr Informationen…

Wer sich noch einmal ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich das PDF “DIE VERDAUUNG DES PFERDES” von www.horsewellness.de und den Beitrag von www.pferdefutter-beratung.de.[/note]

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